Das kleine Blutbild gibt Auskunft über den Zustand wichtiger Blutbestandteile. Es beinhaltet folgende Werte: Leukozyten, Thrombozyten, Erythrozytenzahl, Hämatokritwert, Hämoglobingehalt, MCV, MCH (Hb/E) und MCHC.

Leukozyten

Leukozyten (weiße Blutkörperchen) sind die "Polizei" des Blutes. Beim Eindringen von Erregern (Bakterien, Parasiten, Fremdkörpern etc.) in unseren Organismus treten sie in verstärktem Maße auf und erfüllen Ihre Funktionen, die in erster Linie aus der Unschädlichmachung des Eindringlings bestehen.

Normalwert: 4000 - 9000 / mm³

Erhöhte Werte: Eine Erhöhung der Leukozyten (Leukozytose) kann durch jede körperliche Belastung, aber auch durch Streß ausgelöst werden. Die häufigste Ursache für eine Erhöhung stellen allerdings Entzündungen, die nicht durch Viren hervorgerufen werden, dar. Auch eine entfernte Milz kann unter Umständen zu einer jahrelangen Leukozytose führen, da sie die Leukozyten nicht mehr speichern kann. In diesem Fall ist dann allerdings auch die Zahl der Thrombozyten (Blutplättchen) erhöht.

Verminderte Werte: Eine Verminderung der Leukozyten (Leukopenie) tritt vor allem bei schwersten Infektionen auf, wo der Speicher in Milz und Knochenmark aufgebraucht ist. Verschiedene Infektionskrankheiten haben als charakteristisches Symptom eine Leukopenie, wie z.B. Typhus oder Masern.

Thrombozyten

Thrombozyten (Blutplättchen) sind für die Blutgerinnung von großer Bedeutung. Sind zu wenig von ihnen vorhanden oder sind sie in ihrer Funktion gestört, kann es zu Blutungen kommen. Vermehrt sich ihre Zahl allerdings können sich Blutpfropfen (Thromben) bilden, die einen Venenverschluss (Thrombose) zur Folge haben können.

Normalwert: 150000 - 400000 / mm³

Erhöhte Werte: Eine Vermehrung der Thrombozyten ist besonders nach akuten Blutungen und massiven Infektionen zu beobachten. Auch nach Entfernung der Milz ist ihre Zahl stark erhöht, da die Milz als Speicherorgan ausfällt.


Andrea Damm / pixelio.de

Verminderte Werte: Die Zahl der Thrombozyten nimmt durch einen Mangel an Vitamin B12 und Folsäure (Perniziöse Anämie) stark ab, wobei die verbleibenden Thrombozyten deutlich vergrößert sind. Auch bei einer Vergrößerung der Milz nimmt die Zahl der Thrombozyten im Blut ab, da sie vermehrt in die Milz geschleust werden. Treten starke Blutungen auf, bedingt dies ebenfalls eine Abnahme der Thrombozytenzahl.

Erythrozyten

Erythrozyten (rote Blutkörperchen) sind in unserem Körper für den Transport des Sauerstoffs zu den Zellen, sowie des Kohlendioxids von den Zellen zu den Lungenbläschen verantwortlich. Der Sauerstoff bzw. das Kohlendioxid werden im Erythrozyten an das Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff, gebunden.

Normalwert: Frau = 4,2 - 5,4 Mill./mm³ ; Mann = 4,6 - 6,2 Mill/mm³

Erhöhte Werte: Die Erythrozytenzahl, sowie das Hämoglobin und das Hämatokrit kann sich infolge von starkem Flüssigkeitsverlust (Pseudoglobulie) relativ zum Blutvolumen erhöhen. Bei ausreichendem Flüssigkeitsgehalt normalisiert sich der Wert wieder. Bei der echten Polyglobulie kann eine Ursache in der Erhöhung des blutbildenden Hormons Erythropoetin liegen. Allerdings kann die Polyglobulie auch bei chronischen Lungenleiden und manchen Herzerkrankungen auftreten.

Verminderte Werte: Ist die Erythrozytenzahl vermindert, so spricht man von einer Anämie. Eine Anämie hat die verschiedensten Ursachen und wird nicht allein durch die Erythrozytenanzahl charakterisiert, sondern auch durch deren Größe und Hämoglobingehalt. Eine Anämie kann bei akuten Blutungen, bei Unterschreitung der Lebensdauer der Erythrozyten (ca. 120 Tage), aber auch, wenn ihre Reifung oder ihre Bildung gestört ist, entstehen. Bei einem Mangel an Vitamin B12 und Folsäure, sowie an Eisen entwickelt sich ebenfalls eine Anämie. Darüber hinaus gibt es noch weitere Ursachen, die zu erläutern hier zu weit führen würde.